Neurodermitis: Definition, Ursachen & Therapie

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von Dr. Emil Andonov


Definition

Neurodermitis zeichnet sich durch eine schubweise verlaufende, zur Chronifizierung neigende Dermatitis aus. Die Erkrankung zeigt unterschiedliche Präsenz in Abhängigkeit des Patientenalters. Während im Babyalter trockene, zum Teil auch nässende und juckende Hautstellen wahllos am gesamten Körper auftreten, finden sich diese im Schulkindesalter bevorzugt in den Beugen. Im Erwachsenenalter sind überwiegend Augenlider, Nacken, Hände sowie der Genitalbereich betroffen. 

 

Neurodermitis-Kinder können im Verlauf eine Nahrungsmittelallergie, Heuschnupfen und Asthma entwickeln. Überhaupt stellt Neurodermitis die häufigste chronische Hauterkrankung im Kindesalter dar. Insbesondere in den Industriestaaten tritt die Erkrankung sehr häufig auf.

Bereits ab dem 25. Lebensjahr verschlechtert sich die Durchblutung der Haut und dadurch auch die Versorgung mit wichtigen Nährstoffen erheblich. Die Hautalterung beginnt somit sehr früh, sichtbar wird sie etwa ab dem 30. Lebensjahr mit ersten Mimikfalten rund um den Augen- und Mundbereich.

Ursachen

Eine Fülle an ursächlichen Faktoren scheinen eine Rolle bei der Neurodermitisentwicklung zu spielen. Hierzu zählen die Genetik, das Zusammenspiel des Immunsystems, eine geschwächte Hautbarriere sowie eine mikrobielle Überbesiedlung der Haut. Im Folgenden sehen wir uns einzelne Faktoren näher an:

 

Genetik: sollte einer oder beide Elternteile an Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma erkrankt sein, steigt das Risiko Nachwuchs zu bekommen, der ebenfalls von Neurodermitis betroffen ist immens. Bei einem erkrankten Elternteil beträgt das Risiko 50%, bei beiden Elternteilen sogar 75%

 

Immunsystem: zum Zusammenspiel des Immunsystems gehen wir hier nicht näher ein, da das Thema sehr komplex ist. Zusammenfassend kann man aber sagen, dass auf der immunologischen Ebene, bei Neurodermitis erkrankter Haut andere Prozesse im Vergleich zu gesunder Haut ablaufen. 

 

Hautbarriere: für die gestörte Hautbarriere ist ein fehlerhafter Aufbau von Hautbestandteilen (Filaggrin und Aquaporin) zuständig. Diese fehlerhafte Architektur steigert die Hautdurchlässigkeit, sodass potentielle Allergien (Stoffe, die eine Allergie begünstigen) tief in die Haut gelingen und zu einer Kontaktallergie führen können.      

 

Mikroben: gesunde Haut ist mit antimikrobiellen Eiweißmolekülen ausgestattet, diese Moleküle sind in der Neurodermitishaut deutlich vermindert, was wiederum zur Überbesiedlung mit Staphylokokkus aureus führt. Dieses Bakterium unterhält nachfolgend die Hautentzündung. Man nimmt heute an, das lokale Entzündungsherde, wie beispielsweise Zahninfekte, ebenfalls die Entstehung der Neurodermitis begünstigen können.

 

Neurodermitis wird durch viele weitere Faktoren begünstigt, wie z.B. Übertriebene Hygiene. Gerade im Kleinkindesalter sollte das Immunsystem mit der Umwelt vertraut gemacht werden. Es gibt Studienergebnisse, die besagen, dass allein der Kontakt zu Nutztieren, das Risiko später an Neurodermitis  zu erkranken, deutlich reduziert. Stress und schädliche Umweltfaktoren begünstigen ebenfalls den Ausbruch der atopischen Dermatitis.

 

Therapie

Allein die Anpassung des Lebensstils kann zu einer deutlichen Verbesserung des Hautbildes führen. Die Neurodermitis ist saisonabhängig, d. h. es zeigt sich eine deutliche Besserung der Hautsituation während der Sommerzeit – insbesondere nach einem Sonnenbad. Die Winterzeit mit beheizten und trockenen Räumen, begünstigt die Dermatitis. Ausgiebige und zu heiße Duschen sollten vermieden werden. Im Umkehrschluss sollte man dies verinnerlichen und den Lebensstil entsprechend anpassen, indem man während der Wintermonate zum Beispiel für hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen sorgt. Die Zimmertemperatur sollte ebenfalls nicht zu hoch sein. Häufige und heiße Bäder sollten gemieden werden, kurze Duschen mit lauwarmen Wasser sind hier besser. Benutzen Sie rückfettende Waschutensilien (z. B. mit Urea, Olivenöl). Meiden Sie, wenn möglich übermäßiges Schwitzen, denn Schweiß sorgt für gesteigerten Juckreiz. Achten Sie auf ihre Umwelt, um die Auslösung zusätzlicher Kontaktallergien zu reduzieren, z.B. sollte Nickel nicht mit Ihrer Haut in Berührung kommen (Modeschmuck, Gürtelschnallen). Prüfen Sie, welche Cremes Sie auftragen, verzichten Sie beispielsweise auf Ringelblumensalben oder andere rein pflanzliche Externas. Verwenden Sie stark parfümierter Cremes lieber Öle. 

 

Kleidung: Hier empfehlen sich atmungsaktive Textilien, wie z. B. Seide. Kunstfasern, raue Stoffe sowie tierische Stoffe (z. B. Wolle, Felle) werden bei Atopikern als unangenehm empfunden und sollten vermieden werden. Gerade für Kleinkinder gibt es silberbeschichtete Spezialwäsche, diese macht Sinn bei bakterieller Überbesiedlung, da Silber antimikrobielle Eigenschaften aufweist.

Beim Pollenflug wird auch die Haut empfindlicher, hier empfiehlt sich eine Reihe an präventiven Maßnahmen, wie spezielle Fenstergitter, Abduschen und Haare waschen vor dem Zubettgehen. Auch Milben stellen ein großes Problem dar, vermeiden sie Teppichböden, betreiben sie sog. "Encasing" mit speziellen Milbenabweisenden Produkten.

 

Ernährung: Bei der Ernährung gibt es keine allgemeine diätische Empfehlung. Man sollte darauf achten, welche Nahrungsmittel die Haut sensibilisieren, z. B. nach dem Erdbeerengenuss "flammt" die Hautentzündung auf, dann sollte man dieses Produkt eine zeitlang in Rohform meiden (spätestens alle 2 Jahre neu überprüfen). Sollte bei Ihnen bereits eine Testung stattgefunden haben (Pricktest, Reibetest oder Rasttes), dann sollte man die Nahrungsmittel meiden, wogegen Sie laut dem Test im Einklang mit eigener Erfahrung allergisch sind. Auch diese Ergebnisse sollte man alle 2 Jahre neu bewerten. Der Therapieeffekt von Probiotika (z.B. Actimel) ist nicht ausreichend belegt.

 

Klassische Medizin: Ekzeme (Hautentzündung) werden in Abhängigkeit des Erscheinungsbildes behandelt. Je akuter und nässender der Befund ist, desto wässriger sollte die Salbengrundlage sein. Je länger bestehend und trockener der Herd ist, desto fettiger sollte die Salbengrundlage sein. Ihr Dermatologe verschreibt Ihnen gerne ein Glukokortikoidpräparat (Kortison). Keine Bange, bei kurzfristiger Kortisontherapie (Behandlungsdauer bis zu 6 Wochen) überwiegen die positiven, therapienützlichen Effekte. Erst nach längerem Anwenden können die gefürchteten Nebenwirkungen des Kortisons auftreten. Zu erwähnen sind hier Hautatrophie, Trockenheit, Hautrisse etc. Wenden Sie also regelmäßig ausreichend Kortison in akutem Schub an, Kortisonsparend ist eine simultane Therapie mit einem Feuchtigkeitspräparat. Bei deutlicher Besserung des Hautbildes setzen Sie die Kortisontherapie nicht abrupt ab, da es zu einem sogenannten "Rebound-Effekt" kommen kann. D. h. es kommt zu einer Art Entzugserscheinung der Haut mit deutlicher Verschlechterung des Hautbildes. 

 

Es existieren selbstverständlich auch anderweitige Therapiearten der Neurodermitis, wie Lichttherapie, Tablettentherapie. Aufgrund der Komplexität dieser Themen, verzichten wir hier aber auf eine detaillierte Aufklärung.

 

 


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Über den Autor

Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

2005
Promotion zum Dr. med. univ. an der Medizinischen Universität Graz

2013
Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

2014
Eröffnung einer Wahlarztpraxis für Haut- und Geschlechtskrankheiten im Gesundheitszentrum Seepark Kammer, Schörfling am Attersee

https://www.hautarzt-attersee.at/


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